Möttau im Laufe der Jahrhunderte
Die Chronik von Möttau  - aufgezeichnet v. Friedrich Jung (überarbeitete Version)
Teil 1: Die Vorzeit



In Urzeiten
Um die Geschichte Möttaus zu verstehen, muss man weit in die Vergangenheit zurückkehren.
In vorchristlicher Zeit war das ganze Gebiet um Möttau von den Kelten bewohnt. Die Kelten, ein Indo-Germanischer Stamm, wurden von den Germanen, die langsam von Norden und Osten in ihr Gebiet eindrangen, verdrängt oder von ihnen in ihren Volkskörper aufgesogen. Sie verloren ihre Selbständigkeit und damit auch ihre Eigenart.
Dass solche Vermischungen stattgefunden haben, erkennen Historiker an den Gepflogenheiten, die die eingewanderten Stämme angenommen haben und die ihrem ursprünglichem Wesenszug fremd waren.
Sie konnten also nur von den Kelten übernommen sein. Beispiele dafür sind typische
Aberglaube, Glaube an Hexerei und Zauberei. Selbst religiöse Hinrichtungen lassen sich nachweisen. Dies fällt in diesem Falle besonders auf, weil die Religionen der beiden Völker grundverschieden waren.
Bei den Kelten herrschte die Priesterkaste. Sie beeinflusste das Leben des Volkes vollständig. Nichts geschah ohne die Einwilligung der Priester. Selbst über Krieg und Frieden bestimmte die Priesterkaste.
Die Priester der Germanen dagegen hatten keine bevorzugte Stellung. Die Gemeinde, die Volksversammlung hatte über die wichtigen Fragen zu entscheiden.
Die keltischen Priester rühmten sich übernatürlicher Kräfte und galten als unfehlbar.
Die germanischen Priester maßen sich solche Macht nicht an.
Einzelne Stämme hatten allerdings sogenannte Oberpriester; sie wurden "Sinisten" (Seher) genannt. Sie traten als Vermittler zwischen dem Volk und seinen Göttern auf.
Die Kelten verehrten Götzenbilder, die Germanen beteten zu unsichtbaren Göttern. Finden wir bei den Germanen Verehrung und Anbetung von Bildern, zeigt sich der keltische Einfluss.
So verschieden die beiden Völker waren, so verschieden war auch ihre Entwicklung.
Erste Organisationsstrukturen
Die Kelten hatten aufgehört, ein Volk zu sein. Die Germanen haben im Laufe ihrer Geschichte verschiedene Male die Weltherrschaft errungen. Dies nicht immer zum Segen der Menschheit. Gräberfunde in der näheren und weiteren Umgebung Möttaus geben noch Auskunft über einst keltische Besiedlung.



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