Möttau im Laufe der Jahrhunderte
Die Chronik von Möttau  - aufgezeichnet v. Friedrich Jung (überarbeitete Version)
Teil 4: Die ersten Herren



Die Franken wurden im Lahngau sesshaft. Ihr Oberhaupt saß um 900 n.Chr. in Wilinaburg - wie Weilburg damals genannt wurde.
Möttau hieß zu dieser Zeit "Mittiu". Nachforschungen bestätigen, dass der Name keltischen Ursprungs ist, er hat nichts mit "Mitte" zu tun.
Nach dem Tode Karl des Großen im Jahre 814, übernahmen die Konradiner die Führung der Ostfranken. Die Geschichte gibt genaue Auskunft über diese Entwicklung.
911 wurde der 32-jährige Konrad der Jüngere, der in Wilinaburch (Weilburg) saß, in Ferchheim (Pfalz) zum deutschen König gewählt.
912: Die erste urkundliche Erwähnung
912 taucht die erste Urkunde über Mittiu auf, denn Konrad I., wie er sich als deutscher König nannte, schenkte dem Kloster Fulda das Hofgut Triebur (Trebur bei Mainz) mit Zustimmung seiner Mutter Glismunda, unter der Bedingung, dass das Kloster seiner Mutter die Güter zu Mittiu (Möttau) und Altenkirchen zu lebenslänglicher Nutznießung überlässt.
Schon um 830 besaß das Kloster Fulda 15.000 Hufenland, die dem Kloster zinsten. 1 Hufe entspricht je nach Bodenbeschaffenheit 25 - 60 Morgen. Also über eine halbe Million Morgen.
Fulda war in der damaligen Zeit das reichste Kloster des Abendlandes.
König Konrad I., der keine starke Hausmacht besaß, musste, um sein Königtum zu erhalten, die Macht der Herzöge (Vasallen) brechen.
Ein fast unlösliches Problem.
Einen Weg zum Erfolg fand er, indem er sich auf die Kirche stützte. Eine Macht, die keine direkte Vererbung vom Vater auf den Sohn kannte, jedoch immer etwas in Abhängigkeit vom König blieb.




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