Möttau im Laufe der Jahrhunderte
Die Chronik von Möttau  - aufgezeichnet v. Friedrich Jung (überarbeitete Version)
Teil 5: Abhängigkeit von Kloster Fulda



Mittiu war für das Kloster Fulda ein reicher Besitz, der weidlich ausgenutzt wurde.
Die geforderten Mengen von Eisen für das Kloster Fulda ging oft über die Kräfte der Möttauer Eisenbauern.
Hohe Abgaben
Eine Lieferung betrug um das Jahr 900 immerhin 1280 Schirbeln (1 Schirbel ist ca. 16 kg), also ca. 21 Tonnen.
Dieser jährliche Zins an das Kloster war für die damalige Zeit eine gewaltige Menge.
Für die Bauern was das Eisenschmelzen ein Nebenerwerb. Man nannte sie daher auch "Eisenbauern".
Fulda hatte in Möttau 23 Hörige und 6 Hufen Land (ca. 200 Morgen).
Die Hörigen unterstanden der Gerichtsbarkeit des Klosters.
Sie konnten nur bewegliches Eigentum erwerben, also kein Land oder Gebäude. Beim Verkauf oder Verpfänden von Ländereien wurden Hörige mit übergeben.
Durch eine größere Geldsumme konnten sich Hörige freikaufen. Wirklich frei war aber erst die dritte Generation (Enkel).
Auch in den umliegenden Gemeinden hatte Fulda Rechte.
(Un-) Rechtsverhältnisse
Möttau blieb wahrscheinlich bis 1066 im Besitz des Klosters Fulda.
Es war eine rauhe, harte Zeit.
Machtkämpfe des Adels wurden auf den Rücken der Bauern ausgetragen.
Überall herrschte große Unsicherheit.
Dem Kloster Fulda wurde durch einen Prozess, der jeder Rechtsgrundlage entbehrte, fast der gesammte Besitz enteignet.
Auf diese Gelegenheit hatte der Adel schon lange gewartet.



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