Else von Mit
Nach einer Handschrift des Staatsarchivs Wiesbaden (aufgezeichnet v. Friedrich Jung)



In einer Handschrift des bekannten Superintendenten GOLDWORM aus Weilburg, geschrieben im Jahr 1547, finden wir den Beweis, dass der Hexen- wahn und die Hexenverfolgung nicht zu allen Zeiten wie eine Epidemie war.
Erst durch dei Herausgabe "Der Hexenbulle" wurde das Volk aufmerksam und verfiel in den Wahn der damaligen Zeit, dass Personen, die irgend irre oder aber ihren Mitmenschen geistig überlegen waren, nur vom Teufel besessen sein konnten.
Sie wurden verleumdet und verfolgt, sie kamen vor Gericht. Durch grausame Folter wurden Geständnisse erpresst für Taten, die sie niemals verübt haben konnten, weil sie einfach nicht möglich waren. Nach diesen Geständnissen
wurden die geschundenen Menschen auf dem Scheiderhaufen verbrannt.

Die Pfarrer gegen "teuflische Wahrsagerei":
Die Schrift des Superintendanten berichtet über eine Anklage gegen die Else von Mit (Möttau) wegen teuflischer Wahrsagerei und wie zu ihr "ein groß Laufen und eine teuflische Wallfahrt eingerissen sei". Die Pfarrer der umliegenden Orte hatten eine Beschwerde eingereicht. Deshalb erging an alle Amtsleute und Schultheißen ein ernstlicher Befehl, dass "unter Androhung großer Strafen sich kein Untertan zu obgemeldeter Else begeben solle, um Rat und Zauberei und Teufelskunst bei ihr zu suchen".
Ebenso wurde Else "ordentlich verwarnt, dieweil sie aber nach beschehenen Gebot keinen Glauben gehalten, sondern in ihrem teuflichen Wesen immer fortgefahren habe, wurde sie in Weilmünster ihrer teuflischen Sachen halber examiniert und in göttlicher Schrift, so wider solcher Trugweil und Zauberei des Teufels streitet, unterrichtet und nach genugsam gebrachter Bürgschaft des Gefängnisses entledigt, und den Bürgern alles in Freundschaft zu verwahren heimgestellt." Wie wohltuend liest sich dieser Bericht aus einer grausamen dunklen Zeit unserer Geschichte. Die Menschen waren nicht alle verblendet, sie hatten sich noch ihren gesunden Verstand erhalten. >>



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