H O M E F O T O S A K T U E L L E S H I S T O R I E L I N K S RECHTLICHES

Vögte und ihre Aufgaben



Vögte waren vor 1255 adelige Herren, die dem Schutze des Klosters dienten.
Dem Spruch folgend "Wer dem Himmel dient, mischt sich nicht in zeitliche Dinge" hatten in den Zeiten vor 1225 die Äbte und Abtistinnen den Schutz ihres Klosters und Güter einem weltlichen Herren übertragen. Er vertrat sie vor Gericht und verwaltete ihre Güter.
Waren diese drei Obliegenheiten einem Vogt übertragen (Schutz, Verwaltung, Vertretung vor Gericht), wurde er Kastenvogt genannt. Fehlte ihm aber die Aufgabe, die Güter zu verwalten, so war er nur Schirmvogt oder der Vizdum des Klosters. Dieses Amt wurde Akvokatie genannt.
Bei reichen Klöstern und Stiftungen war das Amt sehr einträglich, denn es gab dem Vogt das Recht, ein Drittel der Gerichtsgebühren, oft aber auch einen Teil des Gutsertrages einzuziehen.
Außerdem hatte er im Kloster das Recht auf freie Verpflegung, durfte auch seine Dienstmannen und seine Jagdhunde dort verpflegen, und was der Rechte noch mehr waren.
Im Laufe der Jahre wurden die Klöster, Stifte usw. selbst so stark und mächtig, dass sie den Schutz ihrer Vögte gut entbehren konnten, zudem war der Schutz durch die geistlichen Strafmittel so gesichert, und gefestigt, dass der Adel nicht mehr nötig war.
Im Jahr 1221 erließ Papst Honorius III. einen Befehl, dass alle Vögteien nicht wieder besetzt werden durften. Mit diesem Erlass sollten den Übergriffen und Bedrückungen durch die Vögte ein Ende bereitet werden; zudem wollte man die Vogtgebühren sparen.
Das hatte nun zur Folge, dass die Vögte sich gegen diesen Erlass auflehnten.
Es ging dabei nicht immer sehr friedlich zu, denn sie verzichteten nicht gerne auf diese Einnahmen.
Viele Vögte kleinerer Stiftungen hatten dadurch ihre Existenzgrundlage verloren.
Aus dieser Zwangslage entwickelte sich das Raubrittertum.
Vögte der großen Klöster und Stiftungen hatten es verstanden, ihre Vogteien in erheblichen Besitz zu bringen. Begünstigt durch die unruhigen Zeiten im 11. und 12. Jahrhundert und unter Ausnutzung der politischen Verhältnisse gingen die Vogteien in ihr Eigentum über. So wurden die Vögte des Klosters Fulda die Grafen von Solms-Braunfels, Besitzer von Möttau, Altenkirchen und Dietenhausen.
Die Wormser Vögte, die Grafen von Nassau, Besitzer der Weilburger Liegenschaften.



zurück